LUIGI TOSCANO
KANAKENKIND
Mit der Kamera durch Licht, Dunkelheit und Hoffnung. Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden.
Termine
17.03.2026 ZDF „Volle Kanne“ 9:05 Uhr
20.03.2026 Leipzig Buchmesse 17:30 UHR
Ariowitsch-Haus. Zentrum Jüdischer Kultur Leipzig
27.03.2026 Port25 Mannheim, 19:00 Uhr
Port25 Hafenstraße 25, 68159 Mannheim
02.04.2026 Sat.1-Frühstücksfernsehen, ab 5:30 Uhr SAT.1 Frühstücksfernsehen
04.04.2026 SWR Kultur „Lesezeichen“, 14:00 Uhr
SWR KULTUR
14.04.2026 Gesprächszeit, 18:00 Uhr
Bremen Zwei; Nachhören auf BremenZwei.de
08.05.2026 SWR 1 „Leute“ 10:00 Uhr
SWR 1
05.07.2026 Cafe Surprise, Bad Dürkheim
Rübental 20, 67098 Bad Dürkheim
24.07.2026 Kämpfelbach
15.10.2026 Karlsruhe Tollhaus
Alter Schlachthof 35, 76131 Karlsruhe
28.10.2026 Leer, Zollhaus
Bahnhofsring 4, 26789 Leer (Ostfriesland)
Termin folgt Wilhelmshafen
Termin folgt Mainz JUZ
Termin folgt Berlin
Termin folgt Düsseldorf
Termin folgt Hamburg
Termin folgt Bremen
Termin folgt Ibbenbüren
Termin folgt Frankfurt
Termin folgt Prag
Termin folgt Sydney
Termin folgt Melbourne
Termin folgt Rom
„Der Vorsatz hielt, bis mir in Frankfurt auf der „Scene“ jemand seinen Service anbot: Der „Dienstleister“ hilft dir dabei, das mitgebrachte Heroin aufzukochen, bereitet die Spritze vor, inklusive Filter, und verabreicht dir den Druck. Als Lohn darf die Person die Spritze mitsamt dem Rest darin behalten. Ich wollte nur noch die Lichter ausknipsen“...
Das Buch
Luigi Toscano: Der als »Kanakenkind« beschimpfte Sohn sizilianischer Einwanderer findet durch die Hinwendung zur Fotografie sein Ventil, weg von Gewalt und Vernachlässigung in der Kindheit, weg von dem Drogensumpf und der Straße.
Der Fotograf Luigi Toscano, von der UNESCO zum Artist for Peace ernannt, kämpft gegen das Vergessen, den wachsenden Hass, die grassierende Gefühllosigkeit. Toscanos eindringliche Porträts von mehr als 600 Opfern von Krieg und Grausamkeit sind weltweit zu sehen, in deutschen Bahnhöfen, in Babyn Jar, in Paris und New York. Sie sind Mahnung und Erinnerung: nie wieder.
Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Iwanowa aus Kiew, Herzstück seiner Ausstellungen. Anna, blond und blauäugig, wurde 1943 als Kleinkind von den Deutschen nach Auschwitz deportiert. Ihr Leben lang war sie auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Familie. Mit »Kanakenkind« beginnt Luigi Toscano eine Reise durch Zeiten und Räume, um Anna Iwanowas Identität zu erforschen.
Die Ausstellung in Genf, unterstützt durch die diplomatischen Vertretungen der Europäischen Union, Österreichs und Deutschlands, des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte sowie des Schweizer Aussenministeriums und des Jüdischen Weltkongresses, ist im Völkerbundpalast der Vereinten Nationen sowie auf der Place des Nations zu sehen. Wahnsinn. Das hätte mir mal jemand im Hausfrauenfotokurs in der VHS vorhersagen sollen. Und ich darf zur Weltgemeinschaft sprechen…
Manchmal schrieben die Lehrer das Datum des Schultags an die Tafel. Der 9. Mai. Dann fiel mir ein, ich habe ja heute Geburtstag! Da hatte ich freiwillig-unfreiwillig schnell wieder die Lacher auf meiner Seite. Der Lutschi. Der Italojunge. Geboren am 9. Mai 1972. Stier. Der Erstgeborene, der Stammhalter. Der erste Platz in der Familie, nach meinem Vater, in seiner Nachfolge.
Aus dem Heim in Hassloch fuhren wir jedes Jahr in die Ferien, in die Normandie. Ich hielt es nicht aus ohne Biggi. Harald gab mir 200 Franc, brachte mich an die Autobahn, und ich trampte zurück. Der haut sowieso ab, sagten die anderen Erzieher. Harald sagte das nicht.
Holger, der kluge Holger in seiner immerwährenden Korrektheit, rechnete im Kopf Kilometer gegen Benzin, wir hatten nicht mal genug Sprit für die Rückfahrt und tuckerten mit Tempo 30 über die B 10 durch den Pfälzerwald mit mächtig viel Rock-’n’-Roll-Gefühl nach Hause, Fatboy Slim in Endlosschleife, The Rockafeller Skank, wir wippten wie wild mit dem Oberkörper, brüllten immer wieder die Songline. Right about now, the funk soul brother! Check it out now, the funk soul brother!…..
Wir waren etwa 100 Jungen im Jugendhof, jeweils zehn in einer Gruppe. Die Gruppen hatten seltsame Namen, unsere war die Wolfsburg. Nun war ich einer von ihnen. In der Wolfsburg in Hassloch. Klang irgendwie nazimässig. Die Erzieher hatten die Macht, manche schlugen uns mit der flachen Hand, manche mit ihrem Schlüsselbund.
Ein italienisch sprechender Abgesandter holt mich am Eingang ab, rein ins Bellevue, gucken wir doch mal, was es da Schönes anzusehen gibt im Bellevue, Schönblick, und der Typ legt los, auf Italienisch, ich als Ausländer soll mich wohlfühlen mit meiner vermeintlichen Heimatsprache, ich bitte ihn, lieber mit mir Deutsch zu sprechen, obwohl bei uns zu Hause nur Italienisch gesprochen wurde, vielmehr geschimpft. .Passen Sie auf, ich möchte nicht Italienisch reden, sagte ich zu dem Referenten, ich will mich jetzt voll auf den Moment konzentrieren und das über die Bühne bringen.
Okay. Wahrscheinlich rochen wir gegenseitig unser Misstrauen. Misstrauen kriecht sich an und riecht nicht gut. .Herr Steinmeier, ich komme als Freund, nicht als Feind. Wenn ich als Feind gekommen w.re, h.tte ich Ihnen die Dinger vor die Fü.e geschmissen.. Der Protokollchef, immer im Hintergrund, jetzt geradezu ein bisschen bissig, betont die friedliche Absicht Steinmeiers, ich antworte, ich bin der Pazifist in Person.
Seit meiner Jugend träume ich von einem Motorradtrip durch die USA, seit Holger und ich die Keilertour mit Tempo 30 durchgestanden haben. Jetzt, da die Portraits von Philadelphia nach San Francisco reisen müssen, von der Ost- an die Westküste, steht fest: Diese Reise mache ich endlich, in einem Truck, mit den Bildern der Überlebenden. Wir bekleben den gemieteten Umzugswagen mit dunkler Folie, darauf: Wenn du gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit bist, unterschreibe hier...
Anna öffnet mir wie damals bei unserem Kennenlernen in ihrem roten Samtmäntelchen die Wohnungstür. Heute möchte ich sie offiziell fragen, ob sie sich einen Film über ihre Person vorstellen kann. Ihre Antwort, schnell, klar, konsequent: Nein. Nach einem längeren Schweigen, in dem ich hilf- und sinnlos in meiner Teetasse rühre, erklärt sie, dass sich das nicht lohne. Aussichtslos sei. Du wirst nichts finden, sagt sie und: Ich bin nicht so wichtig.
Herr Weinberg und ich, wir sind uns einig, dass wir richtig handeln: das Bundesverdienstkreuz an Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue zurückgeben, angesichts des Schulterschlusses des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz mit der AfD, um mithilfe der rechtsextremen Partei den eigenen Wahlkampf mit einer Beschränkung der Einwanderung voranzutreiben. Albrecht Weinberg: Seit dieser Debatte im Bundestag steht hier so viel auf dem Spiel wie seit 1945 nicht mehr. Ein Tabubruch.
PODCAST
Herzlich willkommen zu unserem speziellen Podcast zu meinem Buch Kanakenkind. In dieser Episode widmen wir uns der Vorstellung des Buches „Kanakenkind“ In „Kanakenkind“ teile ich meine persönlichen Erfahrungen und Herausforderungen, die ich als Kind von Einwanderern erlebt habe. Wir sprechen über die Themen Identität, Kultur und die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft. Dabei werfen wir einen Blick auf die Vorurteile und Klischees, die oft mit dem Begriff „Kanake“ verbunden sind, und zeigen, wie wir diese Narrative verändern können. Schalte ein zu Teil 1 und begleite mich auf dieser Reise durch die vielfältigen Facetten des Lebens als Migrant. „Kanakenkind“ ist mehr als nur ein Buch – es ist ein Aufruf zur Reflexion und zur Feier der Diversität! Ab 15 März im Buchhandel
In dieser neuen Folge nehme ich euch mit auf meine Reise nach Civitella, wo ich meine erste Ausstellung in Italien präsentiert habe. Es war ein aufregendes und zugleich herausforderndes Erlebnis, das ich gerne mit euch teile. Ich spreche darüber, wie es dazu kam, dass ich meine Werke in dieser malerischen Stadt ausstellen durfte, und welche Emotionen mich während des gesamten Prozesses begleitet haben. Von der Vorbereitung der Ausstellung bis hin zu den ersten Reaktionen der Besucher – jede Minute war für mich unvergesslich. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre in Civitella und die herzliche Aufnahme durch die Einheimischen. Ich teile einige Anekdoten und Eindrücke, die mir geholfen haben, die Verbindung zwischen Kunst und Kultur auf eine neue Weise zu verstehen. Schaltet ein und begleitet mich auf dieser inspirierenden Reise, die nicht nur meine Sicht auf die Kunst, sondern auch auf das Leben in Italien geprägt hat. Ich freue mich darauf, euch von meinen Erfahrungen zu erzählen!